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19.10.2018 Standpunkte

Wieder ein neuer Lebensabschnitt durch eine Reise nach Isny im Allgäu - Sonja erzählt

Drei Jahre habe ich gespart, um mir dieses Urlaubswochenende nach Isny zu finanzieren. Nun bin ich seit September 2015 hier in Krautheim. Vorher war ich 23,5 Jahre in einer Einrichtung für Körperbehinderte in Isny und dazwischen noch ein Jahr in Stuttgart. Insgesamt war ich also 4 Jahre von Isny weg und habe dabei festgestellt, dass ich doch noch ziemliches  Heimweh nach Isny hatte. Ich wollte mit dieser Reise für mich feststellen, ob ich ich dorthinziehen möchte, wenn ich es wieder sehe.

Dafür habe ich mir ein Wochenende Ende im Juli ausgesucht, weil es da schon warm ist, aber noch nicht zu heiß. Da ich körperbehindert bin und auch im Rollstuhl sitze, habe ich eine gute Freundin, die Pflegerin ist, gefragt, ob sie mit mir zusammen diese Reise unternehmen möchte. Ich habe auch noch Manuel, einen Mitbewohner, gefragt ob er mitfahren möchte. Da er seit Mai mit mir viel unternommen hat, wollte ich ihm als Gegenleistung zeigen, wo ich in Isny gelebt habe.

Schon im Januar habe ich mit der Planung angefangen. In der alten Einrichtung habe angerufen und gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, dort zu übernachten. Aber leider gab es das nicht mehr. Die Sozialarbeiterin kannte ich aber noch von früher, die hat mir dann drei verschiedene Hotels rausgesucht. Gemeinsam mit der Pflegerin haben wir dort angerufen um herausfinden ob das Hotel z.B. rollstuhlgerecht ist, ob ich die Toilette nutzen kann, wie groß das Zimmer ist und natürlich auch wie teuer es ist. Im Hotel „Bären“ war gerade noch ein Rollstuhlzimmer frei, das wir dann gleich gebucht haben.

Am Freitag, den 27. Juli, genau das Wochenende vor meinem Urlaub ging es mit dem Auto ab ca. 13:00 Uhr los. Nach ca. 4 Stunden erreichten wir Isny.

An diesem Freitag haben wir nach dem eincheken noch das Wohnheim besucht und viele Fotos gemacht. Im ersten Moment habe ich mich gleich wieder zuhause gefühlt, obwohl ich in den neuen Gebäuden meiner Einrichtung noch nicht gewohnt habe, denn sie wurden erst nach meinem Weggehen eröffnet. Ich habe noch viele Bewohner und Pfleger getroffen, die ich aus meiner Zeit kannte und ließ mir Zeit, um in die einzelnen Häuser zu gehen. Die Einrichtung ist ganz anders strukturiert als das Eduard Knoll Wohnzentrum. Sie ist größer, insgesamt leben hier mehr Menschen, und Fußgänger und Rollifahrer sind gemischt. In einer Wohngruppe leben ungefähr 20 Leute mit ähnlichem Pflegebedarf zusammen.

Wichtig war für mich auch, das Grab meines verstorbenen Exfreundes zu besuchen.

Am Freitagabend haben wir in der Fußgängerzone noch ein schönes italienisches Restaurant entdeckt und den Tag mit Essen schön ausklingen lassen.

Nach einem schönen Frühstück auf der Hotelterrasse haben wir am Samstag in Isny einen Stadtbummel gemacht um einiges einzukaufen. Unter anderem wollte ich auch für Anneliese, meine Zimmernachbarin ein Mitbringsel besorgen.

Nachmittags waren wir mit meiner ehemaligen Pflegerin bei ihr zuhause zum Kaffeetrinken verabredet. Für mich war es wichtig, viel über die Einrichtung zu hören, damit ich entscheiden kann, ob ich wieder dorthinziehen möchte oder nicht. Dort finde ich es besonders toll, dass man im Gegensatz zu Krautheim in der Stadt viele Angebote hat. Z. B. Eisessen, Kleidung einkaufen, in´s Kino gehen, frühstücken oder einfach im Park spazieren gehen. Man muss dort für solche Unternehmungen nicht erst mit dem Bus fahren und nutzt diese Angebote so viel häufiger. Außerdem gefallen mir auch die Berge dort sehr gut, ich bin gerne viel draußen.

Abends überraschte uns meine ehemalige Pflegerin sogar noch mit einem selbstgekochten leckeren Abendessen. Um ca 22:00 Uhr machten wir uns wieder auf zum Hotel.

Für den Sonntag haben wir uns noch mit einigen Bewohnern im Kurhaus verabredet und dort Mittag gessen. Nachmittags um ca. 14:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Krautheim und gegen 17:00 Uhr waren wir wieder hier.

Nach diesem Urlaubswochenende war mir klar, dass ich jetzt nicht Wegziehen möchte. Allerdings kann ich auch nicht sagen, ob ich immer hier leben möchte. Aber im Moment ist es für mich hier besonders schön, weil ich hier wieder einen Freund gefunden habe.


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5 Kommentare

jutta schrieb am 19.10.2018 - 16:49 Uhr

schöner Bericht


manuel padillasorg schrieb am 19.10.2018 - 18:04 Uhr

ich finde es einen schöner bricht GRUß Manuel


Andrea Jacob schrieb am 22.10.2018 - 10:01 Uhr

Super, was ihr erlebt habt!


Markowski BSK schrieb am 08.11.2018 - 13:30 Uhr

Ein toller Reisebericht. Schön dass Du so offen aus deinem Leben berichtest, es hat wirklich Spaß gemacht den Bericht zu zu lesen. Lieber Gruß :)


Rosi schrieb am 09.11.2018 - 13:01 Uhr

Liebe Sonja, herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles Gute und viele sonnige Tage. Ob du dich letztendlich für Krautheim oder Isny entscheidest, ganz egal, Hauptsache du bist zufrieden und glücklich dort wo du wohnst. Grüße von Rosi Grüße auch deine Zimmernachbarin Anneliese!


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