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Beitrag vom 17.06.2016: Die Gänsemagd

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Die
Gänsemagd  




Erzähler: Es war einmal eine alte Königin, deren Mann schon vor
langer Zeit verstorben war. Sie hatte eine schöne Tochter, die seit langem
einem Prinzen aus einem weit entfernten Land als Braut versprochen war. Als der
Abschied nahte, bekam die Braut eine neue Zofe und ein sprechendes Pferd mit
dem Namen Fallada. Die Mutter gab ihr auch noch ein Tüchlein mit einigen
Tropfen ihres magischen Blutes und sprach Mutter: „Behüte das Tuch gut, es soll dir auf
der Reise von Nutzen sein.“ Erzähler: Als die beiden schon eine Weile unterwegs waren,
bekam die Prinzessin Durst und bat ihre Zofe, ihr einen Becher Wasser aus dem
nahe gelegenen Bach zu bringen. Doch die Zofe antwortete ziemlich schnippisch Zofe: „Wenn
ihr Durst habt, steigt ab und holt es euch selbst.“Erzähler:  Plötzlich erklangen die
Blutstropfen Blutstropfen:  „Wenn das eure Mutter wüsste, dass Herz im Leib würde ihr
zerspringen.“ Erzähler: Da die Prinzessin demütig war, lies sie ihrer Zofe dieses
Verhalten durchgehen. Einige Zeit später bat die Königstocher erneut ihre Zofe
um etwas Wasser, aus dem Fluss, der an dem ihr Weg vorbei führte. Doch die
Kammerzofe erwiderte dieses Mal hochmütig Zofe: „Wenn ihr Durst habt, dann steigt
vom Pferd herab und holt es euch selbst.“ Erzähler: Auch dieses Mal erklangen die
Blutstropen Blutstropfen: „Wenn das eure Mutter wüsste, dass Herz im Leib würde ihr
zerspringen.“ Erzähler: Als die Prinzessin sich zum Wasser herunterbeugte um zu trinken,
fiel ihr das Tüchlein ins Wasser und die Zofe holte das Tuch mit den
Blutstropfen heraus. Da sie nun das Tuch besaß, glaubte sie auch Macht, über die
Prinzessin zu haben. Sie befahl der Prinzessin sich zu entkleiden, und zog
dabei ihre eigenen Kleider aus, und schlüpfte dann in die königlichen Gewänder.
Die Prinzessin bekam die gebrauchten Kleider und musste schwören, dass sie
nichts von dem, was hier passiert war, je irgendjemanden erzählte. Zum Schluss
nahm nun die Zofe auf Fallada Platz. Die Königstocher musste auf dem Pferd der
Zofe weiterreiten. Als sie endlich ihr Ziel erreicht hatten, war die Freude riesig.
Es war viel los, und die Pferde wurden unruhig, Fallada scheute sogar. Die falsche
Königstocher bat daraufhin den Prinzen Zofe: „Tut mir einen Gefallen, und lasst
diesem Pferd den Kopf abhauen bevor es noch jemanden verletzt.“ Erzähler: Als die Magd
dies mitbekam, sagte sie zum Schinder Prinzessin: „Bitte werft den Kopf nicht weg, sondern
hängt ihn über einen Torbogen." Erzähler: Dem alten König war die Zofe aufgefallen, weil
sie so schön war und wollte von seiner neuen Schwiegertochter wissen, was mit
ihr geschehen sollte. Diese meinte Zofe: „Gebt ihr eine Arbeit. damit sie etwas zu
tun hat." Erzähler: Aber der König hatte keine Arbeit für sie. So wurde sie mit Kürtchen
zum Gänsehüten geschickt. So kam es, dass die wahre Prinzessin Gänsehüten
musste, und ihr Weg führte sie durch das Tor, über dem der Pferdekopf hing. Am
Morgen musste sie durch dieses Tor, als sie den Kopf erblickte, sprach sie
Prinzessin: „O
du Fallada, der du da hangest“ Erzähler: und der Kopf antwortete ihr Fallada: „O Jungfer Königin,
die du da gehst, wenn das deine Mutter wüsste, das Herz im Leib würde ihr
zerspringen.“
Erzähler: Kürtchen schaute zwar komisch sagte aber nichts. Danach trieben die
zwei die Gänse auf die Wiese vor der Stadt. Auf der Wiese angekommen, machte
sie ihre Haare auf, die wie Gold schimmerte. Aus Übermut ärgerte Kürtchen sie. Da
sprach sie
Prinzessin: „Wehe, Windchen wehe, nimm dem Kürtchen sein Hütchen. Lass ihn
hinterherjagen, bis ich mich gekämmt, geflochten und wieder aufgesteckt habe“
Erzähler: Daraufhin fing ein so starker Wind an zu blasen, das das Hütchen von seinem
Kopf flog, und er die ganze Zeit hinterher jagen musste, um es wieder zubekommen.
Am Abend erzählte Kürtchen dem alten König was er gehört hatte. und wie es ihm
den ganzen Tag ergangen war. Der alte König wollte sich selbst davon
überzeugen, und so versteckte er sich am nächsten Morgen am Tor. Und als die
Magd, Kürtchen und die Gänse unter dem Pferdekopf waren, hörte er ihre Stimme
Prinzessin: „O, du Fallada, der du da hangest.“ Erzähler: und die Antwort des Pferdekopfes Fallada: „O
Jungfer Königin, die du da gehst, wenn das deine Mutter wüsste, das Herz im
Leib würde ihr zerspringen.“
Erzähler: Sie trieben die Gänse auf die Wiese, und der der
König verbarg sich in einem Busch. Als sie ihr Haar öffnete schimmerte es
wieder wie Gold, und als Kürtchen sie auch diesmal ärgern wollte, sagte sie wie
am Tag zuvor
Prinzessin: „Wehe, Windchen wehe, nimm dem Kürtchen sein Hütchen. Lass ihn
hinterherjagen jagen, bis ich mich gekämmt, geflochten und wieder aufgesteckt
habe“
Erzähler: Der König. der alles beobachtet hatte, schlich sich unbemerkt zurück ins
Schloss. Als am Abend die Gänsemagd heim kam, fragte der König König: „Warum tust du
das alles?“
Erzähler: Doch das junge Mädchen schüttelte nur den Kopf und sagte Prinzessin: „ Das darf
ich Euch nicht sagen, und auch sonst keinem Menschen.“ Da meinte der König nur
König:„Wenn das so ist, kannst du es ja dem Eisenofen sagen,“ Erzähler: und ging fort. Also
kletterte sie in den Ofen, und fing an dem Eisenofen die ganze Geschichte zu
berichten. Der alte König stand an einem Ofenrohr und hörte ihr zu. Nachdem sie
geendet hatte, und wieder aus dem Ofen stieg, nahm der König sie in Empfang,
und sie bekam auch neue Kleider. Der Prinz wurde nach seinem Eintreffen auch in
Kenntnis gesetzt. Am Tage der Hochzeit fragte der König die falsche Braut nach der
Lösung eines Rätsels mit einer Frau die Lug, Betrug und Verrat begangen habe.
Da sagte sie, falsche Braut: „Die ist nichts Besseres wert, als dass sie nackt und in ein Fass
gesteckt wird, das inwendig mit spitzen Nägeln beschlagen ist, und Pferde
sollen das Fass die Straße auf und ab ziehen.“ Der alte König sah sie an und
sagte
König: „So soll es geschehen, denn du hast soeben dein eigenes Urteil ausgesprochen.“
Erzähler: Und als das Urteil vollzogen war, heiratete der Prinz seine richtige Braut.




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